Wirkung zeigen

Richard de Groot

Global Head Investment Centre

Wir wollen alle etwas bewirken – sei es für unsere Familie, unser soziales Umfeld oder unsere eigene Zukunft. Schon heute unterstützen nachhaltige Investoren positive Entwicklungen rund um den Globus. Und da ein detailliertes Berichtswesen ein wesentliches Merkmal von Impact Investing ist, werden die Auswirkungen noch deutlicher und besser messbar.

Nach der Definition des Global Impact Investor Network (GIIN) verfolgen Impact Investments die Absicht, neben einer finanziellen Rendite eine positive, messbare gesellschaftliche und ökologische Wirkung zu erzielen (ABN AMRO ist über den Social Impact Fund mit Sitz in den Niederlanden Mitglied im GIIN). Vier Kernelemente unterscheiden Impact Investments von anderen Arten des nachhaltigen Investierens. Nach den GIIN-Kriterien müssen Impact Investments folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Absicht
    Das Investment muss bewusst zu gesellschaftlichen oder ökologischen Lösungen beitragen.
  • Finanzielle Rendite
    Die Anlage muss eine Kapitalrendite erzielen, die unter oder über dem risikobereinigten Marktzins liegen kann (Investments mit Renditen unterhalb des Marktzinses können als Philanthropie betrachtet werden).
  • Unterschiedliche Anlageklassen
    Ursprünglich beschränkte sich das Impact Investing auf Private Equity und Private Debt. Heute umfasst es auch Aktien und andere Anlageklassen.
  • Bewertung
    Der Portfoliomanager muss die gesellschaftliche und ökologische Performance der Investments bewerten und veröffentlichen.

Impact Investing in der Praxis

Ein Blick auf einige Impact-Fonds verdeutlicht, inwiefern sie sich in ihrer Berichterstattung von anderen Fonds unterscheiden. Der UBS Global Impact Equity Fonds verfolgt erklärtermaßen das Ziel, eine positive Wirkung auf das Wohl der Menschen und die Umwelt zu entfalten. Im aktuellen Jahresbericht heißt es, dass durch die Anlagen des Portfolios fast zwölf Millionen Kubikmeter Wasser eingespart, sechs Millionen Tonnen CO2 eliminiert und eine längere Lebensdauer für mehr als 75.000 Menschen erreicht wurde.

Ein weiteres Beispiel ist der FMO Privium Impact Fund. Der Fonds ist im vollständigen Besitz der niederländischen Entwicklungsbank FMO und investiert primär in Privatkredite. Der Fonds strebt eine jährliche Rendite von zwei bis vier Prozent an und wird wegen der Kündigungsfrist von einem Monat als alternatives Investment eingestuft. Im jüngsten Bericht an die Investoren rühmt sich der Fonds, seit Auflegung die Finanzierung von mehr als 1.600 kleinen und mittleren Unternehmen unterstützt zu haben. Die Investitionen haben dazu beigetragen, insgesamt mehr als 18.000 Tonnen CO2 einzusparen, sie haben 45,5 Gigawatt erneuerbare Energie erzeugt und somit grünen Strom für mehr als 53.000 Menschen bereitgestellt.

Die Detailtiefe und die sorgfältige Erfassung der Wirkung des Portfolios auf die Umwelt oder hinsichtlich der UN-Nachhaltigkeitsziele zeichnet das Impact Investing aus, denn diese Detailtiefe fehlt in der Regel bei anderen Formen des nachhaltigen Investierens. Auch aus diesem Grund rechnen wir damit, dass das Impact Investing, das heute noch ein Nischendasein führt, künftig wächst. Mehr denn je ist es den Investoren wichtig, zu wissen und zu überwachen, wie ihr Geld verwendet wird und welche positive Wirkung es weltweit entfaltet.

Zusammen mit 129 anderen internationalen Banken hat ABN AMRO im September 2019 die UN-Grundsätze für ein verantwortungsvolles Bankwesen (UN Principles for Responsible Banking) unterzeichnet. Damit verpflichten wir uns, unsere Geschäftsstrategien auf die UN-Nachhaltigkeitsziele und auf das Pariser Klimaabkommen auszurichten. Gemeinsam mit diesen Banken, die zusammengenommen ein Drittel des gesamten Bankvermögens weltweit ausmachen, können wir beim Klimawandel, bei den Menschenrechten und bei anderen Nachhaltigkeitszielen einen erheblichen Impact erzielen.

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Kapitalmarktausblick 2020 - Wolkenlücken am Horizont
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