Private Equity: Tipps für unsichere Zeiten

Andreas Hegedüsch

Senior Investment Professional Private Equity

Florian Simmerer

Junior Investment Professional Private Equity

Nach vielen erfolgreichen Jahren ziehen Wolken am Private Equity-Markt auf. Viele Investoren rechnen mit einer Korrektur. Wir empfehlen Private Equity-Investoren, investiert zu bleiben und auf fähige Manager zu setzen, die Erfahrung mit Marktrückgängen haben.

Die Private Equity-Branche hat in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Erfolg verzeichnet. Nach einer Studie von Bain & Company hat die Branche mehr Geld eingesammelt, investiert und an die Investoren zurückgeführt, als jemals zuvor. Privates Kapital im Allgemeinen und Private Equity (PE) im Besonderen erfreuen sich sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Privatanlegern großer Beliebtheit. Allerdings gibt es auch warnende Stimmen. Experten diskutieren zunehmend, wie lange diese Hochphase noch anhalten kann.

Eine Korrektur könnte sich anbahnen

Ein wachsender Teil der von Preqin befragten Investoren glaubt, dass wir den Höhepunkt des Marktzyklus erreicht haben und eine Korrektur wahrscheinlich scheint. Die Preise sind anhaltend hoch, der Wettbewerb um Anlagemöglichkeiten ebenfalls, und es gibt viel noch nicht investiertes Kapital (das sogenannte Dry Powder). Außerdem fragen sich die Marktteilnehmer, wie effektiv eine weitere quantitative Lockerung der Zentralbanken sein kann und wie sich die geopolitischen Risiken und die Handelsstreitigkeiten weiter auswirken werden. Wie sollten Investoren in so einem Marktumfeld agieren?

Unserer Einschätzung nach sollten sich Anleger konsequent an bewährte Prinzipien der Portfoliodiversifikation halten. Für langfristig orientierte Investoren bedeutet dies, weiter zu investieren, um eine möglichst starke Diversifizierung über verschiedene Fondsauflegungsjahre sicherzustellen. Da ein perfektes Markttiming praktisch unmöglich ist und Kapitalzusagen für einen Fonds über mehrere Jahre hinweg abgerufen werden, in denen der PE-Zyklus in ganz unterschiedlichen Phasen sein kann, riskieren Anleger, die bei einer gestiegenen Unsicherheit nicht mehr investieren, an Jahren mit überdurchschnittlicher Wertentwicklung zu gering zu partizipieren, weil Marktkorrekturen unweigerlich Chancen eröffnen.

Erfahrungsgemäß senken solche Korrekturen die Kaufpreise von Anlagemöglichkeiten. Bei den vorherigen beiden Abwärtsphasen gingen die Bewertungskennzahlen beim Kaufpreis nach Informationen von S&P Capital im Durchschnitt um 20 Prozent zurück (gemessen am jeweiligen Hoch). Jedoch erholte sich der Preis innerhalb von zwei Jahren fast vollständig. Folglich zahlt es sich für Investoren in der Regel aus, bei einer nahenden Korrektur investiert zu sein – vor allem, wenn sie Manager auswählen, die aus vorangegangenen Krisen wertvolle Lehren gezogen haben und somit auf Marktkorrekturen vorbereitet sind.

Auswahl erfahrener Manager

Erfahrene Manager zeichnen sich dadurch aus, dass sie über die Investitionsphase eines Fonds ein gesundes Investitionstempo an den Tag legen, nicht zu viel Kapital in einem einzelnen Jahr investieren und bei einer Kurskorrektur investitionsbereit sind. Solche Manager werden sich auch künftig bei der Prüfung von Anlagemöglichkeiten stärker auf Abwärtsszenarien konzentrieren und Investments einem „Stresstest“ unterziehen. Darüber hinaus ziehen sie bei der Analyse der Anlageobjekte operative Experten hinzu. So können mögliche, schwerer zu erkennende Schwachstellen besser identifiziert werden, die in einer Abwärtsphase gravierende Folgen für die Performance eines Unternehmens haben können.

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Kapitalmarktausblick 2020 - Wolkenlücken am Horizont
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