Energiespeicherung bietet Potenzial

Piet Schimmel

Senior Equity Thematic Expert

Länder und Unternehmen arbeiten daran, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Wir steuern rasant auf eine Ära zu, in der erneuerbare Energien unseren Strom generieren und unsere E-Autos antreiben. Die Speicherung von Energie ist dabei entscheidend und bietet Potenzial für Investoren.

Der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien bringt grundlegende Veränderungen mit sich. Er ist jedoch unverzichtbar, denn die aus fossilen Brennstoffen erzeugte Energie und Wärme ist für mehr als 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Seit Beginn dieses Jahrtausends profitieren erneuerbare Energiequellen wie Wind und Solar von der Energiewende.

Da zu Beginn dieser Entwicklung erneuerbare Energien im Vergleich zu fossilen Brennstoffen deutlich teurer waren, unterstützten Regierungen den Markt mit Subventionen. Dieses Vorgehen brachte Massenproduktionen und Innovationen mit sich, die dazu führten, dass der Preis für erneuerbare Energien seitdem drastisch gefallen ist. Seit 2010 sind die Kosten für Strom aus Windenergie um 49 Prozent und aus Solarenergie um 85 Prozent gesunken. Mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung leben inzwischen in Regionen, wo Strom aus Solar- oder Windkraftanlagen billiger ist als der aus Kohle- oder Gaskraftwerken. Noch vor fünf Jahren war der Anteil dieser Energieträger zu vernachlässigen.

2027 wird es nach Schätzungen von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) in China billiger sein, neue Wind- und Solarstromanlagen zu bauen, als die bestehenden Kohlekraftwerke weiter zu betreiben. 2030 dürften auch die gasreichen USA den Punkt erreichen, an dem Solar- und Windenergie günstiger sind als Erdgas. Die Frage lautet also nicht, ob erneuerbare Energien Kohle und Gas ersetzen, sondern lediglich wann und wie.

Elektrofahrzeuge starten durch

Die massive Verlagerung der Automobilhersteller auf die Massenfertigung von Elektrofahrzeugen in den vergangenen zwei Jahren ist bemerkenswert. Elektrofahrzeuge können erhebliche positive Auswirkungen auf den Klimawandel haben, denn der Verkehr ist für nahezu ein Viertel der globalen CO2-Emissionen verantwortlich.

Viele Regierungen fördern bereits heute Elektrofahrzeuge mit Subventionen. Wir rechnen damit, dass Verbraucher in den kommenden Jahren aus Dutzenden von unterschiedlichen E-Autos wählen können. Heute sind Elektroautos aufgrund der hohen Kosten für die Batterien wirtschaftlich noch nicht wettbewerbsfähig. Im Zuge der Massenproduktion dürften die Batteriepreise aber weiter fallen.

Batteriepreise sinken

Nach einem Rückgang um 85 Prozent seit 2010 dürften sich die Batteriepreise bis 2025 erneut halbieren und bis 2030 um zwei Drittel billiger werden. Dies sollte den Verkauf von Elektrofahrzeugen weiter beschleunigen, denn sie dürften künftig auch ohne Subventionen für die meisten Fahrer die günstigste Alternative werden. Zwischen 2030 und 2040 werden voraussichtlich weltweit mehr Elektrofahrzeuge verkauft werden als Autos mit traditionellem Verbrennungsmotor. In Europa und China könnte dies bereits 2030 der Fall sein.

Herunterladen

Kapitalmarktausblick 2020 - Wolkenlücken am Horizont
​ (PDF 2 MB)

Wissenwertes