Javascript is required Monatsupdate: Schwellenländer gewinnen an Attraktivität

Monatsupdate: Schwellenländer gewinnen an Attraktivität

Kundenpublikation

Die Finanzmärkte zeigten sich im Februar schwankungsanfällig, insbesondere Aktien im IT-Sektor standen unter Druck. Anleger machen sich Sorgen über die hohen Kosten für KI-Investitionen und über die Konkurrenz, die die großen Sprachmodelle für Softwareunternehmen darstellen. Die Schwankungen stehen im Widerspruch zu den guten fundamentalen Wachstumsperspektiven vieler Volkswirtschaften weltweit. Insbesondere wirken der starke wirtschaftliche Ausblick und die hohen Gewinnerwartungen in den Schwellenländern attraktiv. Daher reduzieren wir unsere Position in US-Aktien von übergewichtet auf neutral und erhöhen die Schwellenländer von neutral auf übergewichtet. Auch für Europa sind wir etwas optimistischer gestimmt, behalten aber eine Untergewichtung bei. Bei Anleihen bleiben wir neutral und bei Gold positiv. Für unsere Anleiheportfolios werden wir die Position in Anleihen mit Investment Grade erhöhen.

Makroökonomie: solide Wirtschaftsdaten

Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld begünstigt weiterhin risikoreiche Anlageklassen. Die Weltwirtschaft wächst stabil, Unternehmen erwirtschaften hohe Gewinnmargen und viele Unternehmenszahlen fallen besser aus als erwartet. Ein solider US-Arbeitsmarktbericht schaffte die Zuversicht, dass die US-Wirtschaft auch 2026 wachsen wird und eine Rezession vermeiden kann. Dies gilt umso mehr, als Präsident Donald Trumps‘ Fokus auf die Bezahlbarkeit grundlegender Haushaltsgüter zu zusätzlichen wirtschaftlichen Impulsen führen dürfte. Jedoch steigt aktuell die Volatilität, weil Anleger die Risiken der massiven KI-Ausgaben im Blick haben.

Aktien: Schwellenländer werden attraktiver

Die Aktienmärkte sind gemischt in das Jahr gestartet: Die USA blieben zurück, in Europa und insbesondere in den Schwellenländern lief es deutlich besser. Die schwächere Entwicklung in den USA hängt vor allem mit der enttäuschenden Wertentwicklung des IT-Sektors zusammen: Softwareaktien gerieten von zwei Seiten unter Druck: Erstens belasten hohe KI-Investitionen trotz steigender Gewinne den freien Cashflow. Zweitens gibt es Sorgen, dass neue KI-Modelle die Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen infrage stellen können. Aus unserer Sicht sind diese Befürchtungen übertrieben – ebenso wie die Reaktion der Märkte. Die regionalen Unterschiede in der Kursentwicklung wirken eher wie eine Rotationsbewegung und nicht wie ein Hinweis auf steigende globale Risiken. Die nachlassende Dynamik der US-Aktien lässt andere Regionen attraktiver erscheinen.

Vor allem Schwellenländer bieten derzeit eine Kombination aus widerstandsfähiger Wirtschaftslage, besseren Gewinnerwartungen, solider Kursentwicklung und attraktiveren Bewertungen für wichtige Sektoren wie IT. Angesichts der erhöhten Volatilität und der höheren Bewertungen von US-IT-Aktien sehen wir eine Gelegenheit, unsere Position in US-Aktien zu reduzieren und diese in Schwellenländern zu erhöhen. Unsere Gewichtung in US-Aktien geht von übergewichtet auf neutral zurück, unsere Position in Schwellenländern steigt von neutral auf übergewichtet. Auch für Europa sind wir etwas optimistischer, obwohl wir die Region bei untergewichtet belassen. Insgesamt bleiben wir für Aktien positiv gestimmt.

Anleihen: etwas höheres Kreditrisiko

Die Anleiherenditen sind in den vergangenen Wochen deutlich gefallen – auch bei langfristigen Laufzeiten. Ein günstiger US-Inflationsbericht hat dazu geführt, dass Anleger mit stärkeren Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed rechnen. Zudem könnte die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Vorsitzender dazu beigetragen haben, dass Anleger einen zuvor eingepreisten Risikoaufschlag wieder herausgenommen haben, da er als konservativer Kandidat gilt. Allerdings ist das wirtschaftliche Umfeld weiterhin robust die Renditen sind bereits stark gefallen. Daher sehen wir wenig Spielraum für weiter sinkende Renditen.

Trotz der Schwankungen an anderen Märkten blieben die Kreditrisikoaufschläge stabil. Die Anleihemärkte verkraften die große Menge neuer Anleihen von Tech-Konzernen sehr gut. Immer mehr große IT-Unternehmen finanzieren ihre KI-Investitionen über neue Schulden. Die Anleger scheinen sich kaum Sorgen um deren Rückzahlungsfähigkeit zu machen und konzentrieren sich darauf, wie sich diese Investitionen auf den freien Cashflow auswirken. Das erklärt auch, warum sich die jüngsten Marktschwankungen auf die Aktienmärkte beschränkten. Die niedrigen Kreditrisikoaufschläge bestätigen unsere Einschätzung, dass hochwertige Anleihen attraktiver sind als risikoreiche Anleihen. Der zusätzliche Ertrag bei Hochzinsanleihen bietet derzeit keinen ausreichenden Ausgleich für das höhere Risiko.

Obwohl die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen mit hoher Bonität derzeit niedrig sind, sind die Aufschläge für Pfandbriefe im vergangenen Jahr ebenfalls gefallen. Dadurch wirken im Segment hochwertiger Anleihen die Aufschläge von Investment-Grade-Unternehmensanleihen relativ attraktiv. Da Unternehmen von der besser werdenden wirtschaftlichen Lage profitieren dürften, halten wir es für sinnvoll, in unseren Portfolios etwas mehr Kreditrisiko einzugehen. Deshalb erhöhen wir unsere Position in Investment-Grade-Unternehmensanleihen von nahezu neutral auf übergewichtet – zulasten von Pfandbriefen.

Fazit

Der wirtschaftliche Ausblick bleibt positiv, ebenso wie die Gewinnerwartungen. Deshalb halten wir an einer Übergewichtung von Aktien fest. Regional passen wir unsere Positionierung jedoch an. Der Ausblick für US-Aktien bleibt zwar solide, doch günstigere Bewertungen und höhere Gewinnerwartungen in den Schwellenländern, machen die Schwellenländer derzeit attraktiver. Bei Anleihen bleiben wir neutral und behalten unseren positiven Blick auf Gold bei.

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Stand: Februar 2026