
Monatsupdate: Guter Börsenstart trotz geopolitischer Spannungen
2026 hat für Anleger gut begonnen. Zunächst führten die geopolitischen Spannungen zu erhöhter Volatilität, aber Trumps schnelle Kehrtwende in seiner Haltung zu Grönland hat die Märkte beruhigt. Wir bleiben optimistisch hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten, moderat positiv gegenüber Aktien und bevorzugen die USA gegenüber Europa. Bei Anleihen bleiben wir neutral. Auf Sektorebene reduzieren wir unsere Position im Finanzsektor auf neutral und nehmen einige Gewinne mit, da wir eine nachlassende Dynamik und möglichen regulatorischen Druck in den USA erwarten. Gleiches tätigen wir bei Goldpositionen: aufgrund der starken Preisrallye der letzten Wochen, reduzieren wir vorerst einen Teil der Goldposition und sichern damit teilweise die bisherigen Gewinne.
Konjunktur: Stimulus fördert Wachstum
Das Jahr 2026 begann mit geopolitischen Turbulenzen – unter anderem mit dem Angriff der USA auf Venezuela, um Präsident Maduro zu stürzen. Obwohl die Spannungen zunahmen, blieben die Märkte relativ stabil. Trumps Äußerungen gegenüber dem NATO-Verbündeten Grönland verunsicherten die Anleger jedoch, bis er seine Haltung änderte. Die schnelle Erholung der Finanzmärkte entsprach einem Muster, das wir schon häufig beobachtet haben. Die Geschichte lehrt uns, dass die Auswirkungen geopolitischer Spannungen oft nur kurz anhalten – Anleger sollten sich daher weiterhin auf die Fundamentaldaten konzentrieren.
Wirtschaftlich bleiben die Aussichten positiv. Die Regierungen stimulieren ihre Volkswirtschaften, und die Fed wird ihren Leitzins voraussichtlich weiter senken. Darüber hinaus könnte Trumps Ziel, die Lebenshaltungskosten für US-Bürger zu senken, zu weiteren staatlichen Konjunkturmaßnahmen führen. Und der Boom bei den Ausgaben für künstliche Intelligenz scheint sich nicht abzuschwächen. All dies führt dazu, dass wir einen positiven Ausblick für die Weltwirtschaft beibehalten. Zudem erwarten wir in allen wichtigen Regionen ein Wirtschaftswachstum.
Aktien: weiteres Aufwärtspotenzial
Insgesamt ist das makroökonomische Umfeld für Aktien nach wie vor sehr günstig. Wenn überhaupt, ist das Risiko einer Überhitzung der Weltwirtschaft größer als das Risiko einer Rezession. Die Bewertungen sind zwar hoch, aber angesichts des aktuellen makroökonomischen Umfelds und des erwarteten starken Gewinnwachstums sind wir gegenüber Aktien moderat positiv eingestellt. Regional erwarten wir in den USA ein höheres Wirtschafts- und Gewinnwachstum als in Europa. Daher bevorzugen wir US-Aktien gegenüber ihren europäischen Pendants, auch wenn US-Aktien teurer sind. Bei den Schwellenländern bleiben wir neutral.
Auf Sektorebene reduzieren wir unsere leicht übergewichtete Position im Finanzsektor und nehmen Gewinne mit. Dieser Sektor hat von Trends wie einer steileren Zinsstrukturkurve (die Finanzwerten zugutekommt), Deregulierung und einem Fokus auf Kosteneffizienz profitiert. Aber Trump hat kürzlich vorgeschlagen, dass US-Finanzinstitute die Zinssätze für Kreditkarten senken, da sich sein Fokus vor den Zwischenwahlen auf Bezahlbarkeit verlagert hat. Wir halten es für unwahrscheinlich, dass dieser Vorschlag in konkrete Politik umgesetzt wird. Dennoch könnte er kurzfristig die Begeisterung der Anleger für den Finanzsektor dämpfen.
Anleihen: Haushaltsdefizite im Blick behalten
Wir sind neutral gegenüber Anleihen eingestellt und bevorzugen hochwertige Anleihen. Hochverzinsliche Anleihen wie Hochzinsanleihen sehen wir kritischer, da die Risikoprämie für diese Anleihen – die Entschädigung für das zusätzliche Risiko, das mit diesen Anleihen verbunden ist – auf einem historischen Tiefstand ist. Unterdessen beobachten wir aufmerksam die hohen Haushaltsdefizite der Regierungen weltweit. Sollte es zu einer Überhitzung der Weltwirtschaft kommen, könnte dies die Zinsen steigen lassen, einschließlich steigender Renditen für Anleihen von relativ hoch verschuldeten Regierungen. Dies hätte für Anleger, die diese Anleihen halten, negative Folgen. Auf der anderen Seite sind Investment-Grade-Unternehmensanleihen relativ attraktiv geworden, da Unternehmen weit weniger Schulden haben als Regierungen. Daher sind wir bei hochwertigen Anleihen vorsichtig gegenüber Staatsanleihen und bevorzugen Pfandbriefe (durch Sicherheiten gedeckte Unternehmensanleihen).
Rohstoffe: Gold-Rallye zu schnell verlaufen
Rohstoffe haben sich in letzter Zeit angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen sehr gut entwickelt. Insbesondere der Angriff der USA auf Venezuela und Trumps Drohungen gegenüber Grönland haben die Anleger vorsichtig gemacht – was wiederum den Rohstoffen zugutekam. Aufgrund der sehr schnellen Preisreaktion der ersten Börsentage bei Gold sichern wir bisherige Gewinne teilweise durch die Reduktion der Goldposition. Ein erneuter Zukauf auf niedrigeren Niveaus wird nicht ausgeschlossen, da die Faktoren für das globale Interesse an Gold weiterhin Bestand haben. Die Verunsicherung über die aktuelle US-Politik, ein zunehmender Vertrauensverlust in den US-Dollar und weltweit steigende Staatsschulden begründen das seit geraumer Zeit steigende Interesse am Edelmetall. Dennoch sehen wir vorerst ein erhöhtes Korrekturpotenzial.