20.02.2012

Unser Wochenkommentar vom 20. Februar 2012

Widersprüchliche Signale

Makro
Politiker machen Fortschritte

Auf ein neues Rettungspaket für Griechenland haben sich die Verantwortlichen zwar noch nicht geeinigt, und einige Griechen liefern sich auch immer wieder öffentliche Wortgefechte mit ihren Pendants aus nördlicheren Ländern der Eurozone, die ein AAA-Rating im Rücken haben. Aber Fortschritte gibt es dennoch zu verzeichnen. Die Finanzminister der Eurozone
scheinen auf dem besten Weg, diesen Montag eine Einigung zustande zu bringen, wenn auch mit harten Bedingungen. Wir gehen davon aus, dass es zu einer Einigung kommt. Wie wir
allerdings an dieser Stelle immer wieder gesagt haben, dürfte das letzte Wort noch lange nicht gesprochen sein, wenn es darum geht, Griechenlands Schulden auf ein langfristig tragbares Niveau zu reduzieren. Es lauern weiterhin Risiken. Dies zeigte sich in den BIP-Zahlen für das vierte Quartal 2011. In Griechenland fiel das BIP im Jahresvergleich um 7 %. Dies verdeutlicht, dass die drastischen Sparmaßnahmen den Abbau der Verschuldung sogar gefährden, denn die sinkende Wirtschaftsaktivität führt zu deutlich niedrigeren Steuereinnahmen. Die Eurozone als Ganzes hält sich besser als erwartet: Das BIP sank im letzten Quartal 2011 im Quartalsvergleich nur um 0,3 Prozent. In der Zwischenzeit haben sich einige der negativen Faktoren abgeschwächt. Die Stimmungsindikatoren sind Anfang des Jahres gestiegen, und das Umfeld an den Finanzmärkten hat sich verbessert. Allerdings dürften die drastischen staatlichen Sparmaßnahmen das Wirtschaftswachstum weiterhin stark belasten. Daher erwarten wir für die kommenden Monate eine anhaltend schwache Konjunktur, auch wenn die jüngsten Daten darauf hindeuten, dass die Schwäche wahrscheinlich weder tief greifend noch lang anhaltend sein dürfte. Auf der anderen Seite des Atlantiks stellte US-Präsident Barack Obama seinen neuen Haushaltsplan vor. Nimmt der Kongress diesen Vorschlag an, was angesichts der Pattsituation zwischen Republikanern und Demokraten wenig wahrscheinlich ist, dann würde sich die Fiskalpolitik 2012 nahezu neutral auf das BIPWachstum auswirken. Allerdings würde die Fiskalpolitik 2013 eine noch größere Belastung darstellen, als wir in unserem Basisszenario bislang prognostizieren.

Global Investment Committee

ABN AMROs Global Investment Committee (GIC) tagte am Donnerstag, dem 16. Februar und beschloss, die Asset Allocation unverändert zu lassen.
Wir erhöhen nach und nach das Risiko im Investmentportfolio, sehen aber momentan keinen Grund, unsere vorsichtig optimistische Einschätzung zu ändern. Insofern bleiben wir leicht untergewichtet bei Aktien, untergewichtet bei Anleihen und untergewichtet bei alternativen Anlagen (mit neutraler Einstufung von Hedgefonds und Immobilien und einer Untergewichtung von Rohstoffen). Auf Asset-Allocation-Niveau haben wir seit Jahresbeginn eine leichte Underperformance, dies wird aber von Empfehlungen bei Kreditanleihen und
Aktiensektoren weitgehend wieder ausgeglichen...

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