16.01.2012

Unser Wochenkommentar vom 16. Januar 2012.

Makro
Bessere Stimmung

Die Anspannung aufgrund der Staatsschuldenkrise hat nachgelassen, weil sich die Finanzierungslage für Banken und Regierungen ein wenig gebessert hat. Die Anleiheauktion in Spanien wurde am Markt besonders gut aufgenommen und schürte Optimismus. Allerdings sorgte die hohe Inanspruchnahme der EZB-Einlagefazilität seitens der Banken dafür, dass die Stimmung nicht allzu überschwänglich wurde. Wir sehen ein erhebliches Risiko, dass sich die Euro-Krise weiter verschärft. Auf die Staaten kommt dieses Jahr ein hoher Finanzierungsbedarf zu,
wobei der Februar ein besonders schwerer Monat wird. Das gilt nicht zuletzt für Italien. Darüber hinaus haben die Politiker noch immer kein ausreichend großes finanzielles Sicherheitsnetz geschaffen. Wir halten die Lage für unsicher, bis die Regierungen die Krise tatsächlich in den Griff bekommen – was sie in unseren Augen irgendwann schaffen werden.

Unterdessen ließ die EZB die Zinsen unverändert. Diese Entscheidung wurde einstimmig getroffen, aber die Notenbank kündigte an, die eingehenden Daten in den kommenden Monaten sehr gründlich zu analysieren. Sollte es zu einer großen Unsicherheit und zu erheblichen Abwärtsrisiken kommen, sei die Bank bereit, zu handeln. Wir halten weitere Senkungen des Refinanzierungssatzes für wahrscheinlich und gehen davon aus, dass er von aktuell 1 auf 0,5 Prozent sinken wird. Wir sind außerdem der Meinung, dass das Basisszenario der EZB für das Wirtschaftswachstum der aktuellen Entwicklung hinterherhinkt. Die Indizes zum Vertrauen in der Wirtschaft sind zwar jüngst nicht mehr gesunken, sie befinden sich aber weiterhin auf einem Niveau, das ein schrumpfendes BIP signalisiert. In den USA enttäuschten die Einzelhandelszahlen und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Dies bestätigt unsere Ansicht, dass die konjunkturelle Erholung mäßig ausfallen wird. In China dagegen lagen Geldmenge und Kreditversorgung über den Erwartungen. Dies zeigt, dass der Staat von einer restriktiven
Politik zu einer leichten Lockerung übergegangen ist.

Pressemitteilung

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