
Schutz des Lebens unter Wasser
Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, und mehr als 96 Prozent davon befinden sich in unseren Ozeanen. Sie sind für das Funktionieren unseres Planeten entscheidend. Die Ozeane regulieren unser Klima, produzieren lebenswichtigen Sauerstoff und beherbergen, obwohl sie weitgehend unsichtbar sind, eine größere Artenvielfalt als das Land.
Die Ozeane ernähren Milliarden von Menschen1 und stehen im Zentrum vieler wirtschaftlicher Aktivitäten. Die blaue Ökonomie mag wie ein Nischensektor erscheinen, der sich auf Fischerei, Schifffahrt, Aquakultur, Tourismus und erneuerbare Energien konzentriert, doch unsere Abhängigkeit von den Ozeanen ist viel größer, wenn wir ihre Ökosystemleistungen betrachten.
Trotz dieser Stärken und ihrer entscheidenden Rolle für die Stabilisierung des Planeten sind die Ozeane fragil. Tatsächlich sind sie zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt, darunter Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel. Diese führen wiederum zu einem Rückgang der biologischen Vielfalt, zur Versauerung und zu steigenden Wassertemperaturen.2026
wird die erste COP zum Thema Ozeane stattfinden.
Diese Herausforderungen sind nicht neu. Bereits die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000 zielten auf den Schutz der küstennahen Meeresgebiete ab.215 Jahre später verstärkten die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) diesen Fokus weiter, insbesondere SDG 14 „Leben unter Wasser“. Es zielt darauf ab, die Meeresverschmutzung zu verhindern und zu reduzieren, marine und küstennahe Ökosysteme besser zu schützen und die Überfischung zu regulieren.3
Im vergangenen Jahr gab es sowohl positive als auch negative Schlagzeilen über die Gesundheit unserer Ozeane. Einerseits wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht: Mehr als 170 Länder verabschiedeten auf der UN-Ozeankonferenz in Nizza eine Erklärung zum Schutz der Meere. Zudem ratifizierte eine ausreichende Anzahl von Staaten das Hochseeschutzabkommen, das endlich einen besseren Schutz des maritimen Lebens in internationalen Gewässern ermöglicht. Zugleich verbessert es die globale Meerespolitik, denn 2026 findet erstmals eine COP für die Ozeane statt.4
Andererseits haben die Meeresökosysteme laut Forschern des Stockholm Resilience Centre eine sichere Belastungsgrenze, die Versauerung der Ozeane, überschritten.5Tatsächlich hat die Versauerung erstmals um 30 – 40 Prozent zugenommen, was erhebliche Auswirkungen auf Schalentiere, Korallen und Plankton und damit auf die Nahrungskette im Ozean hat. Denn sie benötigen Kalzium für die Bildung ihrer Schalen und Skelette.
1 Water-Worlds
2 Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen
3 Ziel 14 | Abteilung für Wirtschaft und Soziales
4 Nizza-Verpflichtungen für den Ozean
5 Planetarische Grenzen – Stockholm Resilience Centre