Javascript is required Schwungvoller Jahresauftakt

Wochenkommentar: Schwungvoller Jahresauftakt

Die Aktienmärkte erlebten eine volatile, doch letztlich widerstandsfähige Woche, in der geopolitische Spannungen zunahmen und politische Unsicherheit vorherrschte.

Die Aufmerksamkeit der Anleger verlagerte sich deutlich auf Verteidigungs- und rohstoffbezogene Aktien, nachdem US-Präsident Donald Trump eine erhebliche Aufstockung des US-Verteidigungshaushalts auf 1,5 Billionen US-Dollar im Jahr 2027 gefordert hatte, was eine breite Rallye in diesem Sektor auslöste. 

Gleichzeitig ließen die erneute Unsicherheit hinsichtlich der Haltung der Trump-Regierung gegenüber Venezuela und dem Iran sowie die Besorgnis über den politischen Druck auf die US-Notenbank die Zuflüsse in Energie- und Metallaktien wieder ansteigen. Gold und Silber erreichten kurzzeitig neue Höchststände, da Anleger Sicherheit in Sachwerten suchten, bevor sie später in der Woche teilweise wieder nachgaben.

Neben den geopolitischen Turbulenzen dieser Woche beherrschte noch ein weiteres Thema kurzzeitig die Schlagzeilen. Es handelte sich um den gescheiterten Versuch von US-Präsident Donald Trump, die Unabhängigkeit der Federal Reserve zu untergraben. Die Trump-Regierung leitete eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell ein und verwies dabei auf Kostenüberschreitungen bei Renovierungsprojekten der Fed. In einer Videobotschaft an die US-Öffentlichkeit bezeichnete Powell dies als „Vorwand” für politische Einmischung in die Zinspolitik. Die

Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Drei ehemalige Fed-Vorsitzende (Janet Yellen, Ben Bernanke und Alan Greenspan) warnten, dass eine Politisierung der Fed Marktinstabilität und langfristige wirtschaftliche Schäden zur Folge haben könnte. Noch wichtiger ist, dass diese Ansicht von republikanischen Senatoren voll und ganz unterstützt wurde, die versprachen, neue Ernennungen für die Fed zu blockieren, bis diese Angelegenheit geklärt ist. Trump scheint angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen im November auf zunehmenden Widerstand innerhalb seiner eigenen Partei zu stoßen.

Warum ist das wichtig? Die Unabhängigkeit der Zentralbank ist ein Eckpfeiler einer glaubwürdigen Geldpolitik. Ihre Untergrabung belastet das Vertrauen und schürt Volatilität. Die Märkte zeigen bereits Anzeichen von Besorgnis. Die Renditen langfristiger Staatsanleihen sind gestiegen, Gold hat Rekordhöhen erreicht und der Dollar hat zu Beginn der Woche nachgegeben. Aktien bleiben widerstandsfähig, gestützt durch starke Gewinne und Optimismus in Bezug auf künstliche Intelligenz. Doch das Risiko höherer Finanzierungskosten für die US-Regierung ist groß.

Außerhalb der USA steuert Japan auf vorgezogene Neuwahlen zu. Die politische Unsicherheit hat die Renditen japanischer Staatsanleihen über die gesamte Kurve hinweg nach oben gezogen, wobei 20-jährige Anleihen bei 2,6 % im November auf 3,1 % gestiegen sind. In Europa hat Frankreich seine Rentenreform zurückgezogen, wodurch die Notwendigkeit einer Vertrauensabstimmung entfiel, während das britische BIP mit +0,3 % positiv überraschte.

Auch die Rohstoffe senden starke Signale. Die Metallpreise in Shanghai stiegen aufgrund des durch Zölle verursachten Kostendrucks um 10 %. Die Ölpreise sind volatil und steigen parallel zu den zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.

Unter dem Strich wird das politische Risiko bestehen bleiben, doch die Fundamentaldaten bleiben günstig, da die globalen makroökonomischen Daten weiterhin robust sind. Wir erwarten, dass Trump alles tun wird, was er kann, um die US-Volkswirtschaft vor den US-Zwischenwahlen anzukurbeln, und auch in Europa und China dürfte sich das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr beschleunigen. Für Anleger in festverzinsliche Wertpapiere bieten Investment Grade-Anleihen weiterhin ein attraktiveres Risiko-Ertrags-Profil als Staatsanleihen. Der Anstieg der Laufzeitprämien und die jüngste Versteilerung der Renditekurven für US-Staatsanleihen und deutsche Bundesanleihen unterstreichen diesen relativen Vorteil und sprechen für Anleihen gegenüber Staatsanleihen.

Redaktionsschluss: donnerstags, 15:00 Uhr

 

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