Javascript is required Ängste vor KI Umbrüchen beschäftigen Anleger

Wochenkommentar: Ängste vor KI Umbrüchen beschäftigen Anleger

Der unruhige Börsenverlauf im US-Technologiesegment geht in seine zweite Woche. Aktien wurden aufgrund von Befürchtungen hinsichtlich des disruptiven Potenzials künstlicher Intelligenz (KI) stark verkauft. Während in der letzten Woche vornehmlich Aktien von Software-Unternehmen betroffen waren, verbreitert sich der Trend. Dennoch konnte der Dow Jones zum ersten Mal in seiner Geschichte über der 50.000-Punkte-Marke schließen.

Wir befinden uns noch mitten in der Berichtssaison, bei der etwa 60 % der Unternehmen im S&P 500-Index ihre Quartalsergebnisse veröffentlicht haben. Die Reaktionen des Marktes auf die Unternehmensergebnisse in der aktuellen Berichtssaison waren sehr stark, mit großen Kursschwankungen.

Versicherungsunternehmen und Vermögensverwalter sahen sich einem erheblichen Verkaufsdruck ausgesetzt, nachdem Bedenken hinsichtlich eines neu eingeführten Tools für künstliche Intelligenz aufgekommen waren. Der S&P 500-Subindex für Versicherungsmakler fiel am Montag um rund 9 %, nachdem bekannt wurde, dass der private Online-Versicherungsmarktplatz Insurify eine neue Anwendung verzeichnet hatte, die ChatGPT nutzt, um Kfz-Versicherungstarife auf der Grundlage von Faktoren wie Fahrzeugmerkmalen, Bonität und Fahrverhalten zu vergleichen. Unsere Meinung ist, dass die Reaktion des Marktes übertrieben ist. KI dürfte den Sektor eher stärken als schaden, da sie zu Verbesserungen wie höherer Effizienz, besserer Risikoprüfung und besserer Kundenbindung führt.

Die makroökonomischen Daten zeigten schließlich eine gemischte Entwicklung. Erste Zahlen deuteten auf eine Stagnation der Einzelhandelsumsätze in den USA hin, was die Erwartungen hinsichtlich möglicher Zinssenkungen im Laufe dieses Jahres verstärkte. Im weiteren Verlauf der Woche dämpfte jedoch ein besser als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht diese Erwartungen.

Anleihen: Überraschende US-Arbeitsmarktdaten

Die besser als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten gaben diese Woche den Ton an den Rentenmärkten an. Die Anleger hatten mit schwächeren Beschäftigungszahlen gerechnet, doch stattdessen verzeichneten die US-Arbeitsmarktzahlen für Januar den stärksten Anstieg seit über einem Jahr, begleitet von einem unerwarteten Rückgang der Arbeitslosenquote. Diese positive Überraschung verschob die Erwartungen hinsichtlich der nächsten Zinssenkung der Federal Reserve weiter nach hinten auf Juli (statt Juni) und ließ die Renditen von US-Staatsanleihen über die gesamte Kurve hinweg steigen.

Die Rendite zweijähriger Anleihen, die besonders empfindlich auf geldpolitische Erwartungen reagiert, stieg wieder auf über 3,5 % und kehrte damit in die Mitte ihrer seit September unveränderten Spanne von 3,4 % bis 3,6 % zurück. Unterdessen hält der Aufwärtsdruck auf die Renditen zehnjähriger Anleihen an. Dies spiegelt die anhaltenden Sorgen über die Inflation und die steigenden Haushaltsdefizite wider, die die längerfristigen Zinsen weiter nach oben treiben.

Die chinesischen Regulierungsbehörden signalisierten den inländischen Finanzinstituten, dass es ratsam sein könnte, ihre Bestände an US-Staatsanleihen zu reduzieren. Die Beamten betonten, dass dies eher auf Risikomanagement als auf geopolitischen Erwägungen beruhe. China, einst der größte ausländische Kreditgeber der US-Regierung, hat seit 2013 stillschweigend eine Halbierung seiner Bestände an Staatsanleihen verzeichnet. Auch die Bestände Indiens sind auf ein Fünfjahrestief gesunken. Der allgemeine Trend ist auffällig: Der Anteil ausländischer Eigentümer an US-Staatsanleihen ist von 50 % im Jahr 2015 auf heute nur noch 31 % gesunken, was eine deutliche Verschiebung der globalen Nachfrage nach US-Anleihen wird.


Redaktionsschluss: donnerstags, 15:00 Uhr

 

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