Wir glauben, dass sich das Investitionsumfeld weiterhin verschlechtert. Wir hatten bereits auf die steigende Zahl von Ungewissheiten für die Anleger hingewiesen, zu denen die hohe Inflation, die Erhöhungen der Leitzinsen durch die Zentralbanken und der Krieg in der Ukraine gehören. Wir erwarten nun auch, dass die Eurozone in den kommenden Quartalen eine Rezession erleben wird. Die konjunkturelle Abschwächung dürfte im dritten Quartal dieses Jahres beginnen und es könnte in den folgenden sechs Monaten zu einer tieferen wirtschaftlichen Kontraktion kommen.
Auch die USA werden um eine Rezession nicht herumkommen, wenngleich die konjunkturelle Abschwächung in den USA nicht so stark ausfallen dürfte wie in Europa. In den USA wird unseren Erwartungen nach im vierten Quartal ein Anstieg der Arbeitslosigkeit einsetzen und der Konsum nachlassen, wenn Verbraucher die Auswirkungen der Inflation zu spüren bekommen. Im späteren Verlauf könnte das globale Wachstum negativ ausfallen und es zu weiteren Anhebungen der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank kommen, die die Bekämpfung der Inflation als ihre höchste Priorität ansehen.
Die konjunkturelle Abschwächung in Europa wird durch die Abhängigkeit von russischer Energie verschärft. Nachdem die Nordstream-1-Pipeline diesen Sommer nach Wartungsarbeiten wieder in Betrieb genommen wurde, aber nur 20 % der möglichen Kapazität genutzt wurde, haben sich die Sorgen um eine anhaltend hohe Energiepreisinflation verschärft. Obwohl an der Aufstockung der europäischen Energiebestände gearbeitet wird, ist noch unklar, ob dies ausreicht, um den Bedarf während des gesamten Winters decken zu können. Es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass es potenziell zu irgendeiner Form von Erdgas-Rationierung für bestimmte Industriezweige kommen könnte. Die Erdgaskosten sind jedenfalls bereits jetzt erheblich gestiegen – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf Unternehmen und Verbraucher.
Da wir ein geringeres Wirtschaftswachstum mit negativen Auswirkungen auf die Unternehmen und Verbraucher als sehr wahrscheinlich erachten, hat das Investmentkomitee beschlossen, seine Positionierung in risikoreichen Vermögenswerten weiter zu reduzieren. Die Aktienposition wurde weiter abgebaut und damit im Vergleich zu unserer Benchmark noch stärker untergewichtet, wobei die Erlöse in die Barmittelbestände flossen. Gleichzeitig haben wir unsere Position bei hochwertigen Anleihen weiter verstärkt und dies mit Barmitteln finanziert. Die sich daraus ergebende gesamte Vermögensallokation besteht daher aus einer (noch stärker) untergewichteten Aktienposition, einer fortgesetzt (jedoch geringer) untergewichteten Anleiheposition und einer übergewichteten Barmittelposition.