Wochenkommentar: Einstieg in die Berichtssaison

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Eine spannende Woche liegt hinter uns. Die Infektionszahlen in den USA sind rasant gestiegen, und Bundesstaaten wie Kalifornien haben erneut Lockdown-Maßnahmen verhängt. An den Aktienmärkten ging es nach oben, und der Nasdaq erreichte am Montag ein neues Allzeithoch.

Das Entscheidende war aber, dass sich das Interesse der Investoren mit Beginn der Berichtssaison für das zweite Quartal – vergangene Woche legten die ersten großen US-Banken Zahlen vor – vom Technologiesektor auf stärker zyklische Bereiche wie Energie und Industrie verlagert hat. Auch Nebenwerte zogen mehr Aufmerksamkeit auf sich: Der Russel-2000-Index legte am Mittwoch 3 % zu und bewegte sich damit über der 200-Tage-Linie. Das behalten wir definitiv im Auge. Es könnte ein Anzeichen für eine stabilere Erholung und damit für eine mögliche Sektorrotation sein. Zuerst warten wir aber noch die bevorstehenden Unternehmensgewinne und Fundamentaldaten ab.

Doch auch wenn die Berichtssaison in den USA bislang vielversprechend begonnen hat, bleiben wir vorsichtig. Wir rechnen mit Zweitrundeneffekten der neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in einigen US-Bundesstaaten. Vorerst bleiben Aktien leicht untergewichtet, und bei den Sektoren favorisieren wir weiterhin Informationstechnologie und Gesundheit. 


Anleihen: Risikobereitschaft könnte abnehmen

Die Risikobereitschaft, die eine der stärksten Erholungsrallys an den Finanzmärkten angetrieben hat, scheint schwächer zu werden. Es scheint sich mehr und mehr der Eindruck durchzusetzen, die Märkte für Risikoanlagen könnten sich zu schnell erholt und von der realwirtschaftlichen und der politischen Entwicklung abgekoppelt haben, vor allem vor dem Hintergrund der US-Handelspolitik gegenüber Europa und China.  


Was unsere Präferenzen unter den besonders renditestarken Anleihebereichen betrifft, beurteilen wir weiterhin Schwellenmarktanleihen positiv, weil die Gefahr besteht, dass Covid-19 die Märkte destabilisiert. Schwellenmarktanleihen haben für uns, insbesondere im Vergleich zu Hochzinsanleihen, deshalb die Nase vorn, weil die Anleiheklasse Investment-Grade-Anleihen enthält, die Unterstützung bieten dürften, wenn die Märkte wieder auf Risikovermeidung umschalten. Außerdem gehen wir davon aus, dass die kontinuierlichen Mittelzuflüsse in die Anlageklasse die Risikoaufschläge dämpfen. 


Auf Schwellenmarktanleihen in lokalen Währungen haben wir indes noch nicht gesetzt; hier ist uns die Unsicherheit momentan zu groß. Die Erholung in China ist noch nicht stark genug, und asiatische Währungen haben ihre jüngsten Gewinne wieder abgegeben. Lateinamerika scheint den Höhepunkt der Covid-19-Ausbreitung noch nicht erreicht zu haben. All dies fördert nicht gerade die Risikobereitschaft, die der Motor der jüngsten Rally bei Risikoanlagen war.


Was qualitativ hochwertige Anleihen betrifft, halten wir spanische Staatsanleihen nach einer starken Rally für sehr hoch bewertet. Französische Staatsanleihen haben zwar eine negative Rendite, könnten aber als sicherer Hafen fungieren.  …


Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung.


Foto: g0d4ather / Shutterstock.com

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