Wochenkommentar: Zittern nach Raketenstart

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Ein neuer Raketenstart in Nordkorea, Überschwemmungen in Texas und unberechenbare Politiker beunruhigten die Finanzmärkte in der vergangenen Woche. Davon abgesehen blieb die Inflation weltweit enttäuschend.

Aktienmarkt-Update
Die Aktieninvestoren waren in der vergangenen Woche etwas verunsichert, vor allem weil Nordkorea eine weitere Rakete testete. Da die Rakete diesmal über die Hauptinseln Japans flog, waren auch die politischen Auswirkungen größer als bei früheren Raketentests. Trotzdem konnten sich die Aktienmärkte nach einem kurzen Rücksetzer und einem relativ vorsichtigen Ton des US-Präsidenten Donald Trump wieder etwas erholen. Unter dem Strich haben sich die Märkte in Dollar bewertet in den vergangenen Monaten seitwärts bewegt. Für Euro-Investoren sind die US-Aktienrenditen angesichts der Aufwertung der Gemeinschaftswährung seit den Hochs im Mai dieses Jahres hingegen rund 7 % zurückgegangen.

Jetzt, wo die Berichtssaison für das zweite Quartal weitgehend vorüber ist, wird der Nachrichtenfluss von Unternehmensseite dünner. Nachdem Hurrikan Harvey über Texas hinweggefegt war, standen vor allem Versicherungsunternehmen im Fokus, denn sie könnten mit massiven Katastrophenschäden konfrontiert werden. Den amerikanischen Energiesektor hat es ebenfalls getroffen, denn große Teile der Öl- und Gasindustrie der USA ist in und um die texanische Stadt Houston angesiedelt. Bislang halten sich die Marktauswirkungen trotz vorübergehender Raffinerieschließungen und vereinzelter Vorfälle in Chemiefabriken in Grenzen. 

Ein Blick auf die Entwicklung der verschiedenen Sektoren zeigt, dass sich in letzter Zeit alle Bereiche angenähert haben; das scheint dazu zu passen, dass dem breiteren Markt momentan eine klare Richtung fehlt. Die Aktieninvestoren warten offenbar auf weitere Hinweise auf den künftigen Kurs der Zentralbanken. Unterdessen bleiben die Fundamentaldaten für Aktien günstig: Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist gesund, die Zinsen bleiben aufgrund der nach wie vor schwachen Inflation niedrig, und die Gewinnentwicklung der Unternehmen ist ermutigend und signalisiert ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Natürlich hängen momentan politische Wolken über den Märkten, weil das Verhalten von Politikern wie dem US-Präsidenten Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-Un unberechenbar ist. Für die Investoren ist es indes schwierig, sich für solche Risiken in Stellung zu bringen.   


Anleihemarkt-Update
An den Anleihemärkten sind die Risikoaufschläge auch in der letzten August-Woche weiter gestiegen. Die dominierenden Themen des vergangenen Monats waren nordkoreanische Raketen, Überschwemmungen in Texas und unberechenbare Politiker. Das jährliche Treffen der Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole vor einer Woche lieferte den Anleihemärkten keine Antwort auf die Frage nach dem weiteren geldpolitischen Kurs. 

Da im September sowohl in Europa als auch in den USA wichtige Zentralbanktreffen anstehen, ist Geduld gefragt. Diese Sitzungen dürften Klarheit und weitere Einzelheiten zum Kurs der Notenbanken bringen. Während die Federal Reserve (Fed) in den USA sehr wahrscheinlich mit der Verkürzung ihrer Bilanz beginnen dürfte, könnte die Europäische Zentralbank (EZB) auch noch bis zu einer der nächsten Sitzungen warten, bevor sie Einzelheiten zu ihren Plänen für das kommende Jahr bekannt gibt. Da das weltweite Wachstum auf Kurs ist und über dem Trend liegt, gibt es allerdings kaum einen Grund dafür, von einem Scheitern dieser Pläne auszugehen. 

Die Inflation ist weltweit immer noch enttäuschend und sorgt zunehmend für Unsicherheit mit Blick auf künftige Zinserhöhungen ...


Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung.  


Foto: ChiccoDodiFC / Shutterstock.com

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