Wochenkommentar: Verschnaufpause

Aktuelle Nachricht -

Die Märkte traten vergangene Woche auf der Stelle. Zum einen haben die Investoren Gewinne mitgenommen, zum anderen drückten eine weitere Verzögerung bei der US-Steuerreform und schwächere Wirtschaftsdaten aus China auf die Stimmung.

Aktien-Update
Die Aktienmärkte legten vergangene Woche eine Verschnaufpause ein. Abgesehen von Gewinnmitnahmen nach einer Reihe von Monaten kontinuierlicher Kursgewinne, reagierten die Investoren auf weniger positive Wirtschaftsdaten aus China und rückläufige Rohstoffmärkte. Außerdem dämpfte die Verzögerung bei der Ankündigung der endgültigen Steuerpläne in den USA die Stimmung der Investoren.
 
Unter dem Strich bleibt das Gesamtumfeld für Aktien günstig. Dass die ohnehin bereits hohen Einkaufsmanagerindizes (Vertrauensindikatoren auf Basis des Verhaltens der Einkaufsmanager) weiter steigen, unterstützt den positiven Gewinnausblick. Zudem signalisieren Frühindikatoren, wie der Philly-Fed-Index in den USA und der Ifo-Index in Deutschland, dass die Investitionen der Unternehmen endlich Fahrt aufnehmen.
 
Unterdessen nimmt die Bedeutung der Unternehmensnachrichten ab, weil sich die Berichtssaison für das dritte Quartal dem Ende zuneigt. Unter dem Strich waren die Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal ermutigend. Vor allem die amerikanischen Unternehmen konnten dieses Mal positiv überraschen. Zwar lagen auch die europäischen Zahlen leicht über den Erwartungen, in den USA waren die Überraschungen aber größer. Die großen europäischen Konzerne spürten unter Umständen Gegenwind durch die Aufwertung des Euros.
 
Alles in allem stufen wir die fundamentalen Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte weiterhin als günstig ein, getrieben von einem gleichlaufenden und breit aufgestellten globalen Aufschwung. In Verbindung mit niedrigen und nur leicht steigenden Zinsen bietet das Raum für weitere Kapitalzuflüsse in die Anlageklasse Aktien. Gleichwohl wissen wir, dass ein Teil des aktuellen Rückenwinds mit der Zeit schwächer werden wird; aus diesem Grund gewichten wir Aktien nur noch leicht über. 

Makro-Update
Die jüngsten Wirtschaftsdaten bestätigen, dass die allmähliche Abkühlung der chinesischen Konjunktur im zweiten Halbjahr wieder eingesetzt hat, nachdem es Ende 2016 und im ersten Halbjahr 2017 aufwärts gegangen war. Anfang des Monats wurden für Oktober etwas schwächere chinesische Einkaufsmanagerindizes als im September gemeldet, und die in der vergangenen Woche veröffentlichen Daten zur Kreditvergabe lagen deutlich unter dem Niveau des Vormonats. Die Schwäche der Oktober-Zahlen lässt sich teilweise auf spezifische Angebotsfaktoren zurückführen, zum Beispiel auf staatliche Auflagen für Fabriken aufgrund der Luftverschmutzung. In einem breiteren Kontext betrachtet gehen Pekings Maßnahmen zum Schuldenabbau und der damit nachlassende Kreditimpuls Hand in Hand mit der Rückkehr der allmählichen konjunkturellen Abkühlung. Wir rechnen für das Gesamtjahr 2017 mit 6,8 % Wachstum und erwarten für 2018 eine Abschwächung auf 6,5 %.
 
Am Dienstag erhielten wir die zweite Schätzung für die BIP-Entwicklung der Eurozone im dritten Quartal. Die Daten zeigten ein Wachstum um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal. Die Zahlen waren positiv, und wir rechnen damit, dass das Gesamtwachstum der Eurozone auch in den kommenden Quartalen in der Nähe des Werts des dritten Quartals bleiben wird. Die Finanzierungsbedingungen dürften günstig bleiben, und die Politik der Europäischen Zentralbank entspricht einer längeren Phase der geldpolitischen Unterstützung. In Verbindung mit einem starken Wachstum der Weltwirtschaft bedeutet dies außerdem, dass das BIP-Wachstum in der Eurozone deutlich über der Trend-Rate bleiben dürfte. 

Anleihemarkt-Update
Die globale Wirtschaft wächst. Und angesichts der relativ niedrigen Inflation könnte uns das Niedrigzinsumfeld noch deutlich länger erhalten bleiben. Vor dem Hintergrund des Wachstums in den USA, in Japan, in der Eurozone und in den größeren Schwellenländern können wir auf ein günstiges Investitionsklima schließen. Ein breit angelegtes Phänomen wie dieses ändert sich in der Regel nicht über Nacht. Deshalb sind viele Investoren in ihren Portfolios eine gehörige Portion Risiko eingegangen und haben von der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung profitiert ...
 
 
Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung.


Foto: g0d4ather / Shutterstock.com

Diesen Artikel empfehlen

Was können wir für Sie tun?

Kontaktieren Sie uns.