Wochenkommentar: Startklar

Aktuelle Nachricht -

Der US-Arbeitsmarkt verzeichnete wie von der Federal Reserve erwartet ein beeindruckendes monatliches Wachstum. Die Finanzmärkte haben eine Zinserhöhung im März inzwischen vollständig eingepreist.

Makro-Update
Die Verbesserung der Situation am US-Arbeitsmarkt hält an. Der ADP-Beschäftigungsbericht vom Februar zeigt, dass die Zahl der Beschäftigten im privaten Sektor um 298.000 gestiegen ist, während im Januar ein Anstieg von 246.000 zu verzeichnen gewesen war; es ist eine der stärksten Steigerungen seit Einführung dieses Berichts 2001. Vor allem in Bereichen, in denen die Erholung zuvor schleppend verlaufen war, hat das Stellenwachstum deutlich zugelegt. Die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe, insbesondere im Baugewerbe und in der Fertigungsindustrie, hat sich verbessert. Hintergrund für die höhere Personalbeschaffung ist vermutlich ein besseres Geschäftsklima, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen. Der offizielle Arbeitsmarktbericht vom Freitag hat die guten ADP-Zahlen bestätigt.

Der ISM-Fertigungsindex, ein Indikator für den Zustand der Wirtschaft in den USA, weist für Februar eine leichte Abschwächung der Beschäftigungskomponente auf. Unterdessen signalisierte der ISM-Dienstleistungsindex bei der Schaffung neuer Stellen einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vormonat. 

Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ am Donnerstag die Leitzinsen und ihre Pläne für das Anleihekaufprogramm erwartungsgemäß unverändert. EZB-Präsident Mario Draghi legte bei der Pressekonferenz die Grundlage für eine Änderung der Planvorgaben. Insgesamt deutet die Pressekonferenz darauf hin, dass die EZB in den kommenden Monaten einen allmählichen Ausstieg vorbereitet. Wir rechnen damit, dass die Notenbank ihr Kaufprogramm ab April 2018 jeden Monat um EUR 10 Mrd. verkleinert. Damit würde das Programm im September des nächsten Jahres auslaufen. Die erste Anhebung des Einlagensatzes erwarten wir im März 2019.


Anleiheausblick
Die Renditekurve von US-Treasuries ist gestiegen und testet momentan die Höchststände der vergangenen drei Monate. Das kann die Anleiherenditen weltweit steigen lassen. Gestützt wurden die Renditen durch über den Erwartungen liegende US-Wirtschaftsdaten, einschließlich eines überraschend starken Beschäftigungswachstums. Federal-Reserve-Chefin Janet Yellen hat signalisiert, dass eine Zinserhöhung im März wahrscheinlich ist, wenn sich Beschäftigung und Inflation weiterhin erwartungsgemäß entwickeln.
Momentan prognostizieren wir für 2017 nach wie vor drei Zinserhöhungen. Wir gehen davon aus, dass die erste Anhebung im März stattfindet und im Juni und September zwei weitere folgen, es ist aber nicht auszuschließen, dass dieses Jahr noch ein vierter Zinsschritt erfolgt. Für 2018 erwarten wir zwei Zinserhöhungen, eine im Juni und eine im September. Die mittlere Prognose der Federal Reserve (Fed) liegt bei 1,375 %.

Die Fed ist von ihrem zuvor geduldigeren Grundton abgekommen. Nach Aussage von Janet Yellen spiegelt die neue Grundrichtung „dieselbe Strategie“, aber mit einer „neuen Taktik“. Sie nannte drei grundlegende Prinzipien für ihre Geldpolitik: „zielorientiert“, „vorausschauend“ und „risikobewusst“. Diese Prinzipien hätten auch während der extrem langsamen geldpolitischen Expansion in den vergangenen Jahren gegolten. Doch das Umfeld hat sich verändert, insbesondere in Bezug auf die Risiken. Sofern es nicht zu negativen Überraschungen kommt, „wird die Rückführung der geldpolitischen Expansion vermutlich nicht so langsam verlaufen wie in den vergangenen Jahren.“ Das Tempo der Zinserhöhungen durch die US-Fed könnte dazu führen, dass sich die Marktteilnehmer fragen, ob andere führende Zentralbanken, etwa die Bank of Japan, sich der EZB anschließen.

Die globalen Risiken sind zurückgegangen, aber nicht vollständig verschwunden. Durch die Wahlen in einigen Ländern des Euroraums könnte die politische Unsicherheit in Europa in den nächsten Monaten wieder ansteigen. Das Gleiche gilt für die USA, wenn die Regierung Trump bei ihren geplanten Steuer- und Regulierungsreformen in den nächsten Monaten nicht bedeutende Fortschritte erzielt. (...) 


Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung. 

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