Wochenkommentar: Starke Fundamentaldaten stützen die Märkte

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Die Aktien- und Anleihemärkte stabilisieren sich. Die Wirtschaftsdaten und die Fundamentaldaten sind weiterhin gut, während die politischen Risiken nachlassen.

In den USA könnte der positive Effekt von Präsident Trumps wachstumsfreundlicher Politik nachlassen, weil die Republikaner nicht in der Lage waren, den Gesetzesvorschlag zur Gesundheitsreform durch das Repräsentantenhaus zu bringen. Auch die Erwartungen an eine konjunkturfreundliche Fiskalpolitik könnten schwinden, denn obwohl die Republikaner das Repräsentantenhaus, den Senat und die Exekutive dominieren, sind Gesetzesvorhaben offenbar nicht so leicht umzusetzen wie erwartet. Stärkere Fundamentaldaten wiegen jedoch schwerer als diese politischen Probleme. Diese Einschätzung wird durch die anhaltend gute Performance der zyklischen Marktsegmente bestätigt.

In der Eurozone nimmt die Konjunktur Fahrt auf, und das Wirtschaftswachstum liegt deutlich über dem Trend. Dies ist einer der Gründe dafür, dass wir unsere Einschätzung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geändert haben. Wir gehen inzwischen davon aus, dass die EZB ihre expansive Politik früher beendet, als wir bisher erwartet hatten. Trotzdem ist es bis dahin noch ein langer Weg. Unserer neuen Prognose zufolge wird die EZB im Januar 2018 beginnen, ihre monatlichen Anleihekäufe um EUR 10 Mrd. pro Monat zu reduzieren. Damit würde das Kaufprogramm im Juni 2018 auslaufen. Anschließend dürfte die Zentralbank im September 2018 den Einlagensatz um 10 Basispunkte anheben. 

Aktien-Update
Nach einem schwachen Beginn sind die Aktienmärkte im Wochenverlauf wieder gestiegen. Die meisten Indizes weltweit gingen jedoch nur geringfügig höher ins Wochenende als 7 Tage zuvor. Der DAX zählte zu den besten Indizes und erreichte ein neues Allzeithoch. Dass Großbritannien nun offiziell den EU-Austrittsprozess nach Artikel 50 in Gang gesetzt hat, ließ die Investoren unbeeindruckt. Der amerikanische Automobilhersteller Ford warnte allerdings, die britische Automobilindustrie brauche ein Freihandelsabkommen mit der EU, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Investoren werden die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU in den kommenden Monaten genau verfolgen (...)

Anleihemarkt-Update
Die Renditen auf zehnjährige US-Staatsanleihen fielen an die untere Bandbreite ihrer Handelsspanne (von 2,3% bis 2,6%), in der sie seit Dezember 2016 hin- und herpendeln. Die Daten aus der Eurozone steigen jetzt sogar nominal wie auch relativ  noch schneller als die Daten aus den USA. Dies wird inzwischen sowohl in den engeren Renditeabständen und als auch im EUR/USD-Wechselkurs reflektiert. Angesichts der jüngsten Verlangsamung der „weichen“, umfragebasierten US-Wirtschaftsdaten und der Schwierigkeiten der Regierung Trump, ihre Gesetzesvorhaben umzusetzen, suchen die Investoren jetzt weltweit nach Chancen.

Die Mitglieder des Federal Reserve Boards Eric Rosengren und John Williams schließen nicht aus, dass die US-Notenbank dieses Jahr mehr als drei Zinserhöhungen durchführt. Wir rechnen indes nicht mit einem starken risikobedingten Rückgang der Renditeabstände, denn momentan läuft die Debatte darüber, wie die Notenbanken den nächsten Schritt auf dem Weg zu einer restriktiveren Geldpolitik unternehmen könnten. Wir befinden uns bereits seit einigen Monaten in der aktuellen Handelsspanne. Man könnte zu dem Schluss kommen, es gebe eine Reihe von technischen Faktoren, die uns in dieser Spanne halten. Die Debatte über die US-Schuldenobergrenze im April könnte die nächste Hürde auf dem Weg zu höheren Zinsen sein.

Asset-Allokation
Die allgemeine Asset-Allokation bleibt unverändert. Sie besteht aus einer moderaten Übergewichtung von Aktien, einer starken Untergewichtung von Anleihen und einer starken Übergewichtung von Liquidität. Bei den alternativen Investments sind Immobilien übergewichtet, Hedgefonds neutral eingestuft und Rohstoffe momentan nicht vorgesehen. Die jüngste Änderung der Asset-Allokation fand innerhalb der Anlageklasse Aktien statt. Es gab eine regionale Verschiebung von amerikanischen zu europäischen Aktien. Die Gründe dafür waren der konjunkturelle Aufschwung und die rückläufigen politischen Risiken in Europa. Auf Sektorebene gab es einen Wechsel von Energie zu Industrie, denn der Industriesektor dürfte von den besseren Aussichten für die Weltwirtschaft profitieren (...) 


Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung. 

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