Wochenkommentar: Stabilisierung

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Die Schwellenländer haben dieses Jahr unter der wachsenden Risikoscheu der Investoren gelitten. Dies hat zu Abflüssen aus Schwellenmarktportfolios geführt und die Währungen, Zinsen und Aktienmärkte in Schwellenländern unter Druck gesetzt. In den vergangenen Wochen scheint sich die Stimmung an den Märkten aber stabilisiert zu haben, denn die Währungen erholen sich und die Volatilität geht zurück.

Unsere Volkswirte halten die Gefahr für begrenzt, dass sich die Probleme zu einer allgemeinen Schwellenmarktkrise auswachsen oder dass die Turbulenzen in diesen Märkten zu weitreichenden Zahlungsbilanzschwierigkeiten oder einer Rezession in Schwellenländern führen könnten. Nicht Ansteckungsgefahr innerhalb der Schwellenmärkte sondern Differenzierung sollte das Leitthema für Investoren sein. Länderspezifische Probleme resultieren zum Beispiel aus einer Abwertung der indischen Rupie und der indonesischen Rupiah.

Die Überzeugung, dass Schwellenländer differenziert betrachtet werden sollten und keine echte Schwellenmarktkrise vorliegt, stützt sich auf das robuste Wachs-tum in den entwickelten Volkswirtschaften und Asien, auf die Stärke der Rohstoffmärkte, das rückläufige Risiko eines Handelskriegs zwischen den USA und China und auf die finanziellen Stimuli, die Chinas Politiker gesetzt haben. Außerdem sind selbst in den am schwersten getroffenen Schwellenländern Türkei und Argentinien Anzeichen für eine Stabilisierung zu erkennen.

Aktienmärkte leicht gefallen
Vergangene Woche haben wir erlebt, wie in Europa der politische Druck auf die Märkte zugenommen hat. Es herrscht nach wie vor große Unsicherheit in Bezug auf den Ausgang der Brexit-Verhandlungen und den Haushalt in Italien. Die Lage in Italien ist dafür verantwortlich, dass der europäische Bankensektor sich schlechter entwickelte als der breite STOXX Europe 600. Die USA, Kanada und Mexiko hatten sich am vorletzten Wochenende auf ein neues Handelsabkommen geeinigt (USMCA), das das bisherige NAFTA-Rahmenwerk ersetzt. Als Reaktion darauf entwickelte sich der Dow Jones Index besser als der S&P 500 und der Nasdaq, wo sich zyklische Aktien wie Intel oder Boeing gut schlugen. Jetzt nähern wir uns dem Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal: Am 12. Oktober veröffentlichen JP Morgan Chase und Citigroup ihre Geschäftszahlen. Interessant ist dabei, ob sich die Divergenz zwischen der Entwicklung in den USA und in anderen Ländern fortsetzt.

Leichte Entspannung
Die Renditen auf US-Staatsanleihen haben in der vergangenen Woche neue Jahreshöchststände erreicht. Die Handelsspannungen sind zurückgegangen und beschränken sich zunehmend auf China. Dadurch konnten sich Anleiheinvestoren mehr auf die anhaltende Wachstumsstärke in den USA und den energischeren Grundton der Fed-Kommentare konzentrieren. Da die fiskalischen Anreize 2019 nachlassen werden und die Inflation sich weiter in Grenzen hält, rechnen wir nach wie vor damit, dass die Fed im Juni nächsten Jahres den Zinserhöhungszyklus bei 3 % beendet. Dieses Niveau sollte 2019 auch bei der Rendite auf 10-jährige US-Staatsanleihen als Richtschnur dienen...

Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung.

Foto: ChiccoDodiFC / Shutterstock.com

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