Wochenkommentar: Industrie zeigt Schwäche

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Die Schwäche im Fertigungssektor der Eurozone hat sich weiter verstärkt, während sich das Dienstleistungsgewerbe noch besser halten kann; dies geht aus den in der vergangenen Woche veröffentlichten Wirtschaftsdaten hervor.

Die Industrieproduktion der Eurozone nahm sowohl im dritten als auch im vierten Quartal 2018 ab. Wir rechnen damit, dass dies auch im ersten Quartal 2019 der Fall sein wird. Die im Januar und Februar bislang veröffentlichten Zahlen zum Welthandel und zur Industrie deuten darauf hin, dass die Kontraktion des Euro-Industriesektors Teil eines globalen Rückgangs der Exporte und der Produktion ist, der unseren Prognosen zufolge noch anhalten dürfte. 

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor ist im Februar gestiegen, und auch die Erwartungen an die weitere geschäftliche Entwicklung haben sich verbessert. Dass sich das Dienstleistungsgewerbe so gut hält, hat damit zu tun, dass die Binnennachfrage im Euroraum nach wie vor von den niedrigen Zinsen, dem immer noch gesunden Immobilienmarkt, der guten Arbeitsmarktsituation und der leicht expansiven Fiskalpolitik profitiert. Mit Blick auf die weitere Entwicklung gehen wir davon aus, dass das Wachstum in der Eurozone in der ersten Jahreshälfte 2019 insgesamt deutlich unter dem Trendwachstum (von rund 0,3 bis 0,4 % gegenüber dem Vorquartal) bleibt. Im zweiten Halbjahr dürfte es unserer Einschätzung nach in Richtung der Trendrate steigen.

Anleihen: Schwieriges Umfeld in Europa

Die US-Verbraucher spielten bei der Erholung der US-Wirtschaft im vergangenen Jahr eine entscheidende Rolle. Zuletzt sind die US-Einzelhandelsumsätze jedoch enttäuschend ausgefallen. Da das reale Einkommenswachstum insgesamt aber nach wie vor gut und das Verbrauchervertrauen hoch sind, gehen wir davon aus, dass die Konsumausgaben in den USA die Wirtschaft weiter stützen werden. Außerdem sind in anderen Bereichen Fortschritte zu verzeichnen, etwa in Sachen Government Shutdown und – was noch wichtiger ist – bei den Handelsgespräche mit China. Alles in allem gehen wir davon aus, dass die USA dieses Jahr nicht in eine Rezession abrutschen. Vor allem, wenn die Fed ihre geldpolitische Verknappung weiter zurückfahren sollte. Trotzdem bleiben Risiken. Deshalb preisen die Investoren in einer Reihe von Anlageklassen nach wie vor eine Rezessionsprämie mit ein. Nur der US-Hochzinssektor scheint davon ausgenommen. Dieses Anleihesegment erscheint im aktuellen Umfeld teuer; deshalb behalten wir unsere Untergewichtung bei. 

Unterdessen könnte sich die konjunkturelle Lage in China nach Stützungsmaßnahmen und möglichen Fortschritten in den Handelsgesprächen mit den USA stabilisieren. Dies und die Tatsache, dass die amerikanische Fed vorsichtig handelt, sind für uns Grund genug, unsere Positionierung in Schwellenmarktschuldtiteln beizubehalten.

Aktien: Corporate-Governance-Probleme schaden Finanzmitteln

Die Aktienmärkte konnten vergangene Woche leicht zulegen. Dabei entwickelten sich die meisten Sektoren parallel. Der Gesundheitssektor, der ohne besonderen Grund hinterherhinkte, bildete eine negative Ausnahme und der Grundstoffsektor, der von höheren Metallpreisen profitierte, scherte nach oben aus. Im Bereich Kommunikationsdienstleistungen sehen wir im Telekommunikationssegment einen verhaltenen Ausblick. Die Telekombetreiber werden bei ihren Planvorgaben etwas vorsichtiger. Sie sehen einen steigenden Wettbewerbsdruck und müssen Milliarden von Dollar in Mobilfunknetze der nächsten Generation investieren ...

Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung.


Foto: MAGNIFIER / Shutterstock.com

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