Wochenkommentar: Die Niederländer und die Fed

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Die Zinserhöhung der Federal Reserve in den USA und der erfreuliche Wahlausgang in den Niederlanden waren vergangene Woche die bestimmenden Themen. Die Finanzmärkte reagierten positiv aber verhalten.

Makro-Update
In den Niederlanden hat die Regierungspartei VVD die Parlamentswahl gewonnen und die rechtspopulistische Partei für Freiheit (PVV) in Schach gehalten. Angesichts der in diesem Jahr anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland sehen viele das Ergebnis als ersten wichtigen Erfolg gegen Europas Populisten. Unmittelbar nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses wertete der Euro auf. Auch an den Aktienmärkten stiegen die Kurse, während Anleihen leicht verloren. Den Kern des neuen Kabinetts dürften die Zentrumsparteien VVD, CDA und D66 bilden. Dank dieses Wahlergebnisses dürfte ein Referendum über einen EU-Austritt der Niederlande zumindest während der Amtszeit der neuen Regierung auszuschließen sein.

In den USA hat die Federal Reserve (Fed) die Leitzinsen erhöht und erneut von einer allmählichen Fortsetzung des Zinssteigerungszyklus gesprochen. Erwartungsgemäß erhöhten die Geldpolitiker bei ihrer März-Sitzung den Zielkorridor für den Leitzins, die Federal Funds Rate, um einen viertel Prozentpunkt auf 0,75-1,00%. Die weiteren Zinsprognosen zeigen, dass die Zentralbank nach wie vor von zwei weiteren Zinserhöhungen in diesem und zwei im nächsten Jahr ausgeht. Wir rechnen damit, dass die Fed die Zinsen weiter in einem behutsamen Tempo erhöht und im Juni und September 2017 weitere Zinsschritte unternimmt.

Aktienausblick
In der vergangenen Woche gaben an den Aktienmärkten vor allem die bevorstehende Fed-Sitzung und das Wahlergebnis in den Niederlanden den Ton an. Mit Blick auf die Fed lag der Fokus nicht so sehr auf der Zinserhöhung an sich, als vielmehr auf den Verlautbarungen im Zuge der Erhöhung. Weltweit begrüßten die Märkte, dass die Fed signalisierte, das Tempo des Zinssteigerungszyklus nicht zu erhöhen. Die Wahl in den Niederlanden hatte einen erfreulichen Ausgang, weil sich der Populismus am Ende nicht durchsetzen konnte. Deshalb sind die Aktienmärkte leicht gestiegen.

Aus Sektorperspektive ging die zyklisch getriebene Performance der Märkte mit einem etwas geringeren Tempo weiter. In Europa konnten Finanzwerte ein wenig Boden gutmachen. Unterdessen hinkte der Energiesektor hinterher, weil der Ölpreis unter die Marke von USD 50 fiel. Auch defensive Sektoren entwickelten sich unterdurchschnittlich, wenngleich der Rückstand weniger ausgeprägt war als in den Monaten zuvor. Sowohl der Gesundheitssektor als auch der nicht-zyklische Konsum sind in gewissem Maße zum Durchschnitt zurückgekehrt.

Unter dem Strich ist das Umfeld für Aktien weiterhin günstig. Getrieben werden die Aktienmärkte von guten gesamtwirtschaftlichen Fundamentaldaten, die auf einen weltweit gleichlaufenden Aufschwung hindeuten, langsam steigenden Zinsen, die absolut betrachtet immer noch niedrig sind, und einem für 2017 zu erwartenden soliden Wachstum der Unternehmensgewinne im zweistelligen Prozentbereich. Die politischen Risiken scheinen auch in Europa abgenommen zu haben. Gleichzeitig suchen die Investoren nach mehr Informationen zu Trumps Plänen für Haushalts- und Steuerreformen. Nachrichten zu diesen Themen könnten in den nächsten Wochen die Märkte bewegen.

Anleiheausblick 
US-Treasuries, deren Kurse sich entgegengesetzt zu den Anleiherenditen entwickeln, sind nach der Zinserhöhungsentscheidung der Fed überraschend gestiegen. Der Markt hatte eigentlich einen Rückgang der Anleihekurse erwartet. Die Zentralbanken von Japan und England nahmen keine Veränderungen an ihrer lockeren Geldpolitik vor, denn sie warten weiterhin darauf, dass die Kerninflation über die von ihnen definierten Grenzwerte steigt. Die Maßnahmen und Planungsvorgaben der Notenbanken entsprechen unserer Einschätzung, dass die Zinsen weiter steigen, die Normalisierung aber nicht schnurgerade verlaufen wird. Daher raten wir Anlegern, an ihrer Untergewichtung von Staatsanleihen der Kernländer festzuhalten (...) 

Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung. 

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