Wochenkommentar: Der Strom an Nachrichten hält an

Aktuelle Nachricht -

Der unaufhörliche Nachrichtenstrom, den wir seit Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten erleben, setzte sich auch in der vergangenen Woche fort.

Es war eine bunte Mischung aus kleinen und großen Themen – von der Klage eines Pornostars gegen den US-Präsidenten über Datendiebstahl bei Technologieunternehmen bis hin zu den Sorgen um einen Handelskrieg. Die US-Notenbank (Fed) hob Mitte der Woche zum sechsten Mal seit 2015 den Leitzins an. Ende der Woche löste die neuerliche Angst vor einem Handelskrieg mit China in Asien eine Verkaufswelle und einen Anstieg der Marktverunsicherung aus.

Eine Kombination aus amerikanischen (z.B. Verbrauchervertrauen) und europäischen (z.B. Industrieproduktion) Indikatoren deutet darauf hin, dass sich der Konjunkturzyklus vermutlich einem spätzyklischeren Stadium nähert. Gleichzeitig geben Trumps politische Initiativen der US-Wirtschaft neuen Schub geben. Han de Jong, Chefvolkswirt der ABN AMRO, gibt aber zu bedenken, dass einige der Entwicklungen von US-Stimmungsindikatoren eine Überreaktion auf den plötzlichen Protektionismus sein könnten. Und auch wenn das chinesische Neujahr eine Bewertung der chinesischen Wirtschaft erschwert, ist der Chefvolkswirt der Meinung, dass die Abkühlung in China langsam verläuft und nichts auf eine Verschlechterung hindeutet. 

Eine berechenbare Fed

Die Anleihemärkte schauten in der vergangenen Woche genau auf die Pressekonferenz der amerikanischen Zentralbank. Der neue Fed-Chef Jerome Powell hob den Leitzins erwartungsgemäß um 25 Basispunkte an. Die Zentralbank scheint einen klaren und berechenbaren Kurs zu verfolgen. Sie signalisierte zwei weitere Zinsschritte in diesem und drei im nächsten Jahr. Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen stieg nach der Ankündigung schnell auf 2,93 %, fiel danach aber ebenso zügig wieder auf das Niveau vom Wochenbeginn. Die Zinsen bewegten sich in einer Handelsspanne zwischen 2,8 % und 2,95 % und haben seit Mitte Februar keine ernsthaften Ausbruchsversuche unternommen. Die Rendite auf zehnjährige Bundesanleihen stieg nicht dauerhaft über die Schwelle von 60 Basispunkten, sank am Donnerstag aber merklich, als die von den USA ausgehenden politischen Risiken eine Flucht in sichere Werte auslöste.

Bis zum Anstieg der Risikoaversion waren die Risikoprämien für Staatsanleihen aus Peripherieländern gesunken, vor allem in Italien und Spanien. Der italienische Wahlgewinner Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung betonte öffentlich, seine Partei wolle Italiens Schulden abbauen, und nahm stark antieuropäische Äußerungen schon wieder zurück. Trotzdem sind die Sondierungsgespräche in Italien immer noch undurchsichtig, denn die Differenzen zwischen der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega Nord bleiben beträchtlich.

In Spanien hat die Erwartung einer positiven Ratingänderung die Nachfrage nach Staatsanleihen steigen lassen. Die Investoren scheinen an den Märkten für Unternehmensanleihen größere Risiken zu sehen. Die Risikoprämien bei auf Euro lautenden Investmentgrade- und Hochzinsanleihen sind weiter gestiegen und liegen inzwischen auf dem höchsten Stand seit Jahresbeginn. Alarmierend sind diese Bewertungen im Vergleich zu historischen Spread-Aufschlägen in diesem Markt aber nicht.

 
Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung. 


Foto: dwphotos / Shutterstock.com

Diesen Artikel empfehlen

Was können wir für Sie tun?

Kontaktieren Sie uns.