Wochenkommentar: An den Märkten kehrt Ruhe ein

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An den Aktienmärkten war es in der vergangenen Woche ruhig. In den USA und in Europa sind die Kurse gegenüber der Vorwoche leicht gestiegen.

Nach einer Rede des chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu einer Öffnung der chinesischen Wirtschaft und einer Senkung der Zölle auf importierte Autos machen sich Anleger weniger Sorgen, dass es zu einem eskalierenden Handelskrieg zwischen China und den USA kommt. Die Möglichkeit von US-Militärschlägen gegen Ziele in Syrien löste bei den Anlegern ebenfalls keine allzu großen Sorgen aus. Der Ölpreis reagierte allerdings trotzdem und legte rund 5 % zu.

Die stärksten Sektoren waren in der vergangenen Woche Technologie und Energie. Technologieaktien profitierten von den Kursgewinnen bei Halbleiteraktien und von der Erholung des Facebook-Aktienkurses. Die Anteilscheine des sozialen Netzwerks stiegen, weil die Investoren nach Zuckerbergs Aussagen vor dem US-Kongress zu dem Schluss kamen, dass eine strenge Regulierung auf kurze Sicht unwahrscheinlich ist. Energieaktien konnten getragen von höheren Ölpreisen zulegen. Die Berichtssaison für das erste Quartal beginnt diese Woche mit Unternehmen wie Netflix, IBM, Goldman Sachs, Procter & Gamble und ASML. Wir rechnen mit einer guten Berichtssaison.

Stabile Anleihemärkte

Die Rendite auf 10-jährige Bundesanleihen blieb in der vergangenen Woche stabil und wurde weiterhin um 50 Basispunkte gehandelt. Der Trend sinkender Renditen seit Mitte Februar, der von der Angst vor einer Eskalation des Handelskriegs und einer höheren Risikoscheu getrieben wurde, scheint vorerst beendet. Die politischen Risiken sind noch nicht vom Tisch, aber der Nachrichtenfokus hat sich von der Handelspolitik auf die militärische Eskalation in Syrien verlagert. Nachdem US-Präsident Trump über Twitter eine direkte Drohung an Russland ausgesprochen hatte, versuchte ein Sprecher des Weißen Hauses die Situation zu entschärfen. Am Freitag kam es dann zu einem begrenzten Militärschlag der Amerikaner und ihrer Verbündeten. Wir gehen vorerst von keiner weiteren Eskalation dieses Konfliktes aus. Mit sinkenden geopolitischen Risiken, wäre eine weitere Rally deutscher Staatsanleihen und eine dauerhafte Rückkehr der Renditen auf ein Niveau deutlich unter 50 Basispunkten unwahrscheinlich.

Die Geldpolitik könnte einmal mehr den Auslöser für höhere Renditen liefern. Am vergangenen Mittwoch wurde das Protokoll der März-Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Fed veröffentlicht. Darin zeigte sich, dass die Fed an ihrem positiven Wachstumsszenario festhält, wodurch weitere Zinserhöhungen folgen dürften (die sich auf das kurze Ende der Renditekurve auswirken). Alle Mitglieder des Offenmarktausschusses rechneten mit einem Anstieg der Inflation. Der jüngste Anstieg der Ölpreise könnte dieser Auffassung weiteren Auftrieb geben. Während die Investoren auf weitere Anhaltspunkte warteten, blieben die Märkte vergangene Woche ruhig, und die Risikoprämien auf Peripherieländeranleihen, Unternehmensanleihen, Schwellenmarktanleihen und Hochzinstitel blieben relativ stabil.

 
Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung. 


Foto: Jorg Hackemann / Shutterstock.com

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