Wochenkommentar: Alle Voraussetzungen erfüllt

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2018 dürfte ein Jahr werden, in dem Unternehmen wieder neue Projekte und Investitionen angehen. Daraus ergeben sich eine klare Unterstützung für weiteres Wirtschaftswachstum und ein positives Investitionsumfeld.

Wir nähern uns dem Jahresende, und die positiven Bedingungen, die die Märkte 2017 gestützt haben, halten an. Ob dieses Umfeld auch 2018 bestehen bleibt, erschien uns zweifelhaft. Eine Voraussetzung, die bisher noch nicht erfüllt gewesen war, ist, dass auch die Investitionen der Unternehmen steigen. Doch seit der vergangenen Woche können wir nun endlich auch hinter diesen Punkt einen Haken machen. 

Eine Reihe von Frühindikatoren hatten bereits darauf hingedeutet, dass die Investitionen der Unternehmen (Capex) anziehen würden; jetzt scheint es so weit zu sein. Korrekturen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen in Europa und in Japan zeigen höhere Investitionen. In den USA wurden auch andere Daten nach oben korrigiert, die auf eine klare Erhöhung der Investitionen hindeuten – Gelder, die die Unternehmen für den Erwerb oder die Modernisierung von Immobilien, Industriegebäuden und Ausrüstung ausgeben. 

Dies ist ein weiteres Zeichen, das unsere Einschätzung bestätigt, dass 2018 für die Investoren ein gutes Jahr mit einem soliden Wirtschaftswachstum, niedrigen Zinsen, einer nicht bedrohlichen Inflation und einem Wachstum der Unternehmensgewinne im fast zweistelligen Prozentbereich wird. 

Positiver Markt für Aktien

Die Stimmung war in der vergangenen Woche eindeutig positiv. Es gab keine neuen Entwicklungen in Bezug auf Nordkorea, und die US-Fed (Federal Reserve) erhöhte den Leitzins erwartungsgemäß um 25 Basispunkte und behielt einen expansiven geldpolitischen Kurs bei. Die gesamtwirtschaftlichen Daten sind weiterhin positiv, und die europäischen Daten zur Industrieproduktion verzeichneten ein neues Rekordhoch. 

Die US-Märkte setzten ihren Aufwärtstrend fort, nachdem der Kongress inzwischen eindeutig auf Kurs ist, die geplante Steuerreform schneller durchzuwinken als erwartet. Die Gesetzesentwürfe des Repräsentantenhauses und des Senats dürften diese Woche konsolidiert werden, und Präsident Trump dürfte bis zum Mittwoch seine Unterschrift darunter gesetzt haben. Europas Märkte entwickelten sich seitwärts, die japanischen Märkte ebenfalls, wenngleich die Volatilität höher war als zu Beginn des Jahres. Die asiatischen Märkte (ohne Japan) erholten sich nach einer vom IT-Sektor angeführten schlechteren Wertentwicklung zuletzt nun im Rahmen eines etwas breiteren Aufschwungs. 

Alles in allem hat sich der asiatische IT-Sektor parallel zu den Märkten in Europa und in den USA entwickelt, nachdem die Investoren zuvor erst einmal Gewinne mitgenommen hatten. Telekommunikation, zyklischer Konsum und Finanzen sowie Teile des Industriesektors führten den US-Markt an. Diese Aufteilung spiegelt sehr deutlich wider, welche Sektoren in den Augen der Investoren von der Steuerreform in den USA profitieren dürften. Überraschender ist vielleicht, dass die Dynamik bei kleineren Unternehmen zugunsten des Dow-Jones-Industrial-Index etwas nachgelassen hat; das könnte auch erkennen lassen, wer nach Meinung der Marktteilnehmer am stärksten von der Steuerreform profitieren dürfte.

China ist zwar nach wie vor auf Kurs, die beste Performance des Jahres zu erzielen, hat aber Sorgen wegen möglicher Kapitalabflüsse in den USA geäußert und begonnen, als Reaktion auf die Zinserhöhung der Fed die Interbankzinsen nach oben zu lenken. Zudem erwägen die Verantwortlichen in China offenbar für das erste Quartal 2018 strengere Kapitalkontrollen und Eingriffe an den Devisenmärkten. Diese Entwicklung lohnt es sich im Auge zu behalten, denn sie könnte sich auf die Aktienmärkte auswirken.

 
Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung. 


Foto: ChiccoDodiFC / Shutterstock.com

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