Wochenkommentar: Aktienmärkte pausieren

Aktuelle Nachricht -

Die Berichtssaison für das dritte Quartal verläuft weiterhin gut. Die Wirtschaftsdaten für die Eurozone sind vielversprechend, während die Inflation in den USA schwach bleibt.

Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sind im September im Vergleich zum Vormonat um 0,7 % gestiegen. Wir rechnen damit, dass der private Konsum in den letzten Monaten des Jahres wieder zunimmt. Eine der Triebfedern dieser Entwicklung dürfte das aufstrebende Beschäftigungswachstum sein. Die übliche Zeitverzögerung zwischen Veränderungen der konjunkturellen Aktivität und Veränderungen am Arbeitsmarkt lässt darauf schließen, dass das Beschäftigungswachstum als Folge der konjunkturellen Beschleunigung seit dem dritten Quartal 2016 in den kommenden Quartalen anziehen wird. Ein frühes Anzeichen für ein stärkeres Konsumwachstum im vierten Quartal dieses Jahres war bereits darin zu sehen, dass das Verbrauchervertrauen im September und Oktober weiter gestiegen ist und mittlerweile den höchsten Stand seit Anfang 2001 erreicht hat.
 
In Deutschland boomt die Industrie. Die Auftragseingänge deutscher Fertigungsunternehmen stiegen im September gegenüber dem Vormonat um 1,0 %. Dies folgte auf einen nach oben korrigierten Anstieg um 4,1 % im August (zuvor 3,6 %). Gemessen am Vorjahresmonat stiegen die Auftragseingänge im September um 9,5 %; das ist die höchste Wachstumsrate seit mehr als sechs Jahren. Die hohen Auftragseingänge im dritten Quartal lassen für die letzten Monate des Jahres auf ein starkes Produktionswachstum in der deutschen Industrie und auf ein hohes BIP-Wachstum schließen. Sie stärken unsere Überzeugung, dass wir mit unserer über dem Konsens liegenden BIP-Prognose für Deutschland von 2,4 % 2017 und 2,3 % 2018 richtig liegen.
 
In den USA ist der vom Arbeitsmarkt ausgehende Inflationsdruck nach wie vor gering. Die Fed ist weiterhin zuversichtlich, dass der straffe Arbeitsmarkt die Inflation mit der Zeit in Richtung der Zielmarke treibt. Die Arbeitslosenquote fiel in den USA im Oktober auf ein 17-Jahres-Tief. Anzeichen für Lohndruck gibt es bisher jedoch kaum. Das lässt gewisse Zweifel am Inflations- Basisszenario der Fed aufkommen.
 
Aktienmarkt-Update
Getragen von guten Unternehmenszahlen für das dritte Quartal sind die Aktienmärkte in der vergangenen Woche nur zeitweise weiter gestiegen, insbesondere in den USA und in Japan. Inzwischen haben 85 % der großen amerikanischen Unternehmen Zahlen vorgelegt. 70 % davon haben die Erwartungen übertroffen, wobei die stärksten Sektoren in absteigender Reihenfolge IT, Gesundheitswesen und Finanzen waren. Versorger und Telekomunternehmen sorgten am Ende des Felds für eine Verbesserung, denn die Hälfte der Vertreter dieser beiden Sektoren lagen mit ihren Geschäftszahlen über den Erwartungen. Die Kursentwicklung von Aktien in den Sektoren Versorgung, Gesundheit und Industrie war unterdurchschnittlich. Der Energiesektor profitierte von höheren Ölpreisen, wenngleich der Aufwind durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Durcheinander unter den Machthabern in Saudi-Arabien nicht von Dauer sein dürfte. Die gute Nachricht ließ die US-Märkte zwischenzeitlich auf Allzeithochs klettern. Jetzt konzentrieren sich die Investoren auf die Steuerreform.
 
In Japan haben bislang drei Viertel der Unternehmen ihre Zahlen für das vergangene Quartal vorgelegt, und 62 % von ihnen konnten die Erwartungen übertreffen. Die besten Ergebnisse verzeichneten die Sektoren Finanzen, Grundstoffe und Industrie. Das hat den Markt auf Niveaus steigen lassen, die es seit 1992 nicht mehr gegeben hat; danach folgte allerdings ein leichter Rückgang. In Europa übertrafen rund 50 % der Unternehmen, die bisher berichtet haben, die Erwartungen, und an den Märkten war ein Rückgang von den jüngsten Hochs zu verzeichnen. Unternehmen aus den Sektoren Finanzen und Telekom lieferten sehr gute Zahlen, während Energie und sowohl der nicht-zyklische als auch der zyklische Konsum enttäuschten. Der Markt übersetzte dies in eine gute Entwicklung des Energiesektors, während Telekom, Gesundheit und Finanzen hinterherhinkten; im Finanzsektor liegt das an gesenkten Prognosen für die Gewinne der Banken der Eurozone. ...
 
 
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Foto: ChiccoDodiFC / Shutterstock.com

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