Wochenkommentar: Aktienmärkte legen Verschnaufpause ein

Aktuelle Nachricht -

In der vergangenen Woche haben die Aktienmärkte nach einem starken Jahresauftakt den Rückwärtsgang eingelegt. Die meisten Indizes büßten einige Prozentpunkte ein.

Offenbar beschlich die Investoren nach der langen Aufwärtsphase der vergangenen Monate ein ungutes Gefühl. Die gesamtwirtschaftlichen Fundamentaldaten sind zwar nach wie vor günstig, aber steigende Renditen - die auf Aussagen der EZB zu einem möglichen Abbau der geldpolitischen Lockerung reagierten - und eine technische Korrektur des Ölpreises haben die Marktteilnehmer vorsichtiger werden lassen.

Anleihen: Anhaltender Renditeanstieg zu erwarten?

Die starke weltweite Konjunktur, die wachsende Risikobereitschaft und Spekulationen über das noch in diesem Jahr möglicherweise erfolgende Ende des Anleihekaufprogramms der EZB dürften die Anleiherenditen weiter steigen lassen. Die EZB goss vergangene Woche mit ihrer Sitzung weiter Öl ins Feuer. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen übertraf zum Ende der Handelswoche die Marke von 0,70 %; 5-jährige Bundesobligationen bewegen sich erstmals seit 2015 wieder im positiven Renditebereich.

Getragen von einem stärkeren Euro dürfte der Ausblick für die Euro-Inflation schwach bleiben; daran ändert auch der jüngste Anstieg der Inflationserwartungen nichts, der eher mit den höheren Ölpreisen zusammenhängt. Wir gehen nicht davon aus, dass die Euro-Kerninflation dieses Jahr nennenswert steigt. Sollten die Wirtschaftsdaten aber gut bleiben, könnten die Marktteilnehmer nervös werden und befürchten, dass die Inflation früher als erwartet anzieht. Die guten Wirtschaftsdaten kommen derzeit den Risikoaufschlägen von Peripherieländeranleihen zugute, insbesondere in Spanien. Italien bleibt der große Risikofaktor. Wir rechnen damit, dass auch die italienischen Aufschläge sinken können, aber nicht nur als Ergebnis steigender Renditen auf deutsche Staatsanleihen. Momentan bewegt sich die Rendite auf 10-jährige italienische Staatsanleihen noch bei rund 2 %.

Die Federal Reserve dürfte ihre Bilanz sehr langsam verkürzen, was deshalb nur sehr geringe Auswirkungen auf US-Staatsanleihen haben dürfte. Da das US-Finanzministerium die Ausgabe von Staatsanleihen aber um USD 42 Mrd. pro Quartal erhöhen wird, um das wachsende Haushaltsdefizit zu finanzieren, dürfte die Nettoemissionstätigkeit stärker zunehmen. Dies dürfte die Stimmung am Markt für US-Treasuries weiter eintrüben. Alles in allem halten wir Anleihen momentan nicht für eine attraktive Anlageklasse und bleiben vorsichtig. Allerdings ist der Renditeabstand zwischen 30-jährigen Treasuries (2,95 %) und 10-jährigen Papieren (2,73 %) mit 22 Basispunkten sehr gering; dies deutet darauf hin, dass sich der Markt aktuell keine allzu großen Sorgen wegen eines Anstiegs von Inflation und Zinsen macht.

 
Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung. 


Foto: aboikis / Shutterstock.com

Diesen Artikel empfehlen

Was können wir für Sie tun?

Kontaktieren Sie uns.