Wochenkommentar: Coronavirus sorgt für Kursverluste

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Die weitere Ausbreitung des Coronavirus rund um den Globus hat vergangene Woche für steigende Volatilität und signifikant fallende Aktienkurse gesorgt. Weder relativ bessere Wirtschaftsdaten noch die Aussicht auf Eingriffe der Zentralbanken konnten die Investoren beruhigen.

Überraschenderweise blieben die amerikanischen Markit-Dienstleistungs-PMI-Daten für Februar hinter den Erwartungen zurück. Gute Daten aus dem Dienstleistungssektor waren im vergangenen Jahr eine der tragenden Säulen der guten Aktienmarktentwicklung. In der Folge waren die schlechten US- Daten für die Investoren eine Enttäuschung. In Europa scheint die Schwäche im Fertigungssektor trotz der Bedrohung durch das Coronavirus nachgelassen zu haben. In Deutschland bestätigte der Ifo-Index für die Stimmung im produzierenden Gewerbe die laufende Bodenbildung. 


Aus Sektorperspektive waren Technologieaktien die Hauptleidtragenden der Verkaufswelle. Die steigende Anzahl von Infektionen mit dem Coronavirus in Südkorea und anderen asiatischen Ländern hat die Angst geschürt, dass es zu längerfristigen Störungen der Lieferkette kommen könnte. Reise- und Transportunternehmen leiden schon seit einer Weile unter dem Virusausbruch, aber der erfolgreiche Technologiesektor zeigte sich zunächst noch robust. 


Die finanziellen Folgen des Ausbruchs zeigen sich auch auf Unternehmensebene: Die Führungsetagen korrigieren ihre Aussichten nach unten und unternehmen zusätzliche Kostensparmaßnahmen, um die Auswirkungen des Virusausbruchs auf den Gewinn etwas abzufedern. 


Anleihen: Rally angesichts der Unsicherheit 


US-Staatsanleihen sind vergangene Woche gestiegen und haben eine globale Anleiherally eingeleitet, weil die Investoren zunehmend darauf wetten, dass die Zentralbanken die Geldpolitik lockern, um die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs abzumildern. Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen ist auf 1,292 % und damit auf ein neues Rekordtief gefallen, nachdem die USA davor gewarnt haben, dass das Virus sich auch in den USA ausbreiten könnte. Unterdessen ist die Zahl der Infektionen in Europa und Asien gestiegen. Die Märkte haben Schwierigkeiten, die wirtschaftlichen Konsequenzen des Virusausbruchs abzuschätzen. Deshalb fallen auch die Inflationserwartungen. Bei einigen Ländern könnte dies zu einem deutlich niedrigeren Wachstumsausblick führen, was letztlich zu einer Rezession führen kann. In bestimmten Ländern könnte es daher zu einer politischen Debatte über fiskalische Unterstützungsmaßnahmen kommen, weil diese schnell umsetzbar sind und zielgenau eingesetzt werden können.   


Vorerst wartet der Markt noch auf Bestätigung der Notenbanken, dass sie eingreifen werden. In den vergangenen Wochen dominierten an den Märkten Zinssenkungen durch eine Reihe von Zentralbanken in Schwellenländern; in den kommenden Monaten könnten die Bank of England und die People’s Bank of China die Maßnahmen anführen. Die Sorge vor einer globalen konjunkturellen Abkühlung hat dazu geführt, dass die Märkte für 2020 aktuell zwei Zinssenkungen durch die US-Fed einpreisen. Unserer Einschätzung nach ist das zu schnell gegangen. Ursache ist die Angst vor einer Pandemie. 


Der Ausbruch des Coronavirus könnte ein Ereignis sein, das nur alle 10 bis 20 Jahre eintritt. Aus der Historie wissen wir, dass in diesem Fall eine Überreaktion zu erwarten ist. Wir haben vor Kurzem unsere Allokation in Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit positiver Rendite und Schwellenmarktanleihen in harten Währungen erhöht. Diese Allokationspräferenzen beurteilen wir weiterhin positiv. …

Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung.


Foto: ESB Professional / Shutterstock.com

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